Zähne und Zahnwechsel

Mit 8 Wochen ist das Milchzahngebiß mit 28 Zähnen vollständig, der Welpe hat dann im Oberkiefer in jeder Hälfte 3 Schneidezähne (Incisivi) , 1 Eckzahn (Caninus, das ist der, der immer so fies in die Haut piekt!), 3 Vor-Mahlzähne (Prämolare). Im Unterkiefer hat er in jeder Hälfte ebenfalls 3 Incisiven, 1 Caninus und 3 Prämolare.

Mit 4-5 Monaten beginnt der Ausfall der Milchzähne und das Nachwachsen der bleibenden Zähne, bis das endgültige Gebiss im Alter von etwa 6-7 Monaten mit 42 Zähne (so denn alle kommen) vollständig ist. In jeder Oberkieferhälfte befinden sich dann 3 Incisiven, 1 Caninus, 4 Prämolare und 2 Mahlzähne (Molare). Jede Unterkieferhälfte besitzt 3 Incixiven, 1 Caninus, 4 Prämolare und 3 Molare.

Als Fangzahn wird der Caninus bezeichnet, als Reißzähne im Unterkiefer der 1. Molare und im Oberkiefer der 4. Prämolare (das sind jeweils die größten Zähne im hinteren Kieferbereich)

Während des Zahnwechsels juckt häufig das Zahnfleisch, so dass die Welpen alles mögliche und unmögliche anfressen wollen. Manchmal kommt es zu vorübergehenden Probleme bei der Futteraufnahme - ein Einweichen des Futters kann in dieser Zeit hilfreich sein.

Wichtig zu wissen - besonders für Hundehalter, die gerne Schutzdienstsportarten mit ihrem Hund betreiben möchten: Auch wenn die Zahnung des Hundes abgeschlossen ist, sind die neuen Zähne noch sehr instabil und nicht richtig fest im Kieferknochen verankert!

Bis zum Alter von 18 Monaten sind besonders die Eckzähne noch relativ "hohl" und damit instabil. Ab dem Alter von 18 Monaten bis 5 oder 6 Jahre verdichtet sich das Zahnmaterial zwar auch noch, aber der Unterschied ist wesentlich geringer als der von einem 9 Monate altem Eckzahn zu einem, der schon 18 Monate alt ist. In diesem Alter wird erst die Wurzel des Eckzahns vollständig ausgebildet und der Zahn somit endgültig fest verankert.

Die Beiß-Belastung sollte also entsprechend dem Alter der Zähne angepasst werden.


Zahnfehler:

Der HH sollte ein Scherengebiss aufweisen. Das bedeutet, dass die Vorderkante der unteren Schneidezähne die Innenkante der oberen Schneidezähne berührt. Ein Vorbiss (die unteren Schneidezähne stehen vor den oberen Schneidezähnen) oder ein Rückbiss (zwischen Unterkieferschneidezähnen und Oberkieferschneidezähnen ist zuviel Platz, evtl. greift sogar der Unterkiefer-Caninus nicht vor sondern hinter den oberen Caninus) sind nicht zur Zucht zugelassen. Ob ein Zangengebiss (Unterkiefer- und Oberkieferschneidezähne beißen genau aufeinander) noch toleriert wird oder auch zum Zuchtausschluss führt, ist mir nicht bekannt.

Es kommt nicht selten vor, dass dem HH Zähne (meistens der erste Prämolare = P1) fehlen. Dies schränkt ihn in keinem Fall ein, jedoch sind Hunde mit mehr als einem fehlenden P1 (oder bei Fehlen eines anderen Zahnes) soweit ich weiß nicht zur Zucht zugelassen.

Hin und wieder kommt es auch zur Verdoppelung eines Zahnes, auch hier ist meistens der erste Prämolare betroffen. Dies führt nicht zum Zuchtausschluss.

Hernien

Als Hernien werden sogenannte „Brüche“ bezeichnet, die definiert sind als eine Aussackung des Bauchfells durch eine umgrenzte Bruchpforte (z.B. die Bauchmuskulatur). In diesen Bruchsack lagert sich meist Fettgewebe vor, aber auch das Einklemmen von Darmanteilen ist möglich.

Am häufigsten ist dabei der „Nabelbruch“. Dieser ist charakterisiert durch eine mehr oder weniger große Aussackung des Bauchfelles mit Vorwölbung der äußeren Haut im Bereich des Nabels. In dieser Aussackung ist meist weiches Gewebe zu fühlen, u.U. lässt sich selbiges wieder in die Bauchhöhle zurückschieben so dass man genau fühlen kann wo die Bruchpforte liegt.

Solang der Bruch klein ist und nur Fettgewebe vorfällt, ist ein solcher Nabelbruch mehr ein Schönheits- als ein gesundheitlicher Fehler, häufig verwächst auch das vorgefallene Fettgewebe mit der Bruchpforte und verschließt sie dadurch.

Wenn jedoch Eingeweide o.ä. vorfallen und eingeklemmt werden, kann es zu tödlichen Problematiken kommen, die dringender tierärztlicher Behandlung bedürfen! – dies ist selten beim Nabelbruch, häufiger aber bei anderen Brüchen.

Meist kommen Nabelbrüche schon bei Welpen vor. Diskutiert wird, ob Nabelbrüche durch falsches Hochheben von Welpen (an den Vorderbeinen hochziehen) provoziert werden können.

Außer Nabelbrüchen kann es noch zu anderen Brüchen kommen, z.B. Leistenbruch (Bruchpforte im Leistenbereich), Hodenbruch (Vorfallen von Eingeweiden in den Hodensack), Perinealbruch (Bruchpforte im Bereich des Anus), uvm.

Als Ursache für Brüche gilt eine generelle Bindegewebsschwäche, die evtl. auch erblich sein kann.

 

Herder weisen kein gehäuftes Auftreten von Hernien auf.