Hüftgelenksdysplasie (HD)

Das Hüftgelenk besteht aus zwei miteinander in Kontakt stehenden Knochen: zum einen die Hüftpfanne, zum anderen der Oberschenkel, genauer gesagt der Oberschenkelkopf. Letzterer passt sich halbkugelförmig in die Hüftpfanne ein. Beide Anteile sind mit Knorpel überzogen, in Kombination mit der Gelenksflüssigkeit entsteht so eine stoßdämpfende Wirkung während der Bewegung, gleichzeitig wird durch die Flüssigkeit erst ein reibungsarmes Bewegen möglich.

Wenn diese Knochen nicht richtig zueinander passen (d.h. inkongruent sind), bezeichnet man diese Fehlbildung als Hüftgelenksdysplasie (Dysplasie = Fehlbildung, Missbildung).

Dabei unterscheidet man fünf verschiedene Grade: HD A = frei, HD B = Verdacht, HD C = leichte HD, HD D = mittlere HD, HD E = schwere HD.

Beurteilt werden bei der Einstufung v.a. die Form des Oberschenkelkopfes, der sog. Norberg-Winkel, der Gelenkspalt zwischen Hüftpfanne und Oberschenkelkopf und wie weit die Hüftpfanne den Oberschenkelkopf umgreift.

 

Hüftaufnahme eines Hundes mit HD:
Der Oberschenkelkopf (Femurkopf) sitzt nicht mehr richtig in der Hüftpfanne (Acetabulum) (rote Pfeile). Beide Oberschenkelköpfe sind nicht mehr halbkugelförmig (gelbe Pfeile), rechts im Bild sind knöcherne Zubildungen (Arthrosen) am Oberschenkelkopf und -hals erkennbar.
Quelle des Bildes und der Beschreibung: www.wikipedia.de Artikel "Hüftdysplasie des Hundes"

 

 

In Folge einer HD kommt es früher oder später zum Verlust des Knorpels auf den Gelenkflächen, zur Veränderung der knöchernen Strukturen mit Ausbildung von Arthrosen und letztendlich zu mehr oder weniger starken Schmerzen während der Bewegung. Bei schwerer HD kann sogar der Oberschenkelkopf komplett aus der Hüftpfanne herausrutschen, was ebenfalls mit Schmerzen und starken Bewegungseinschränkungen verbunden ist.

Die HD gilt als Krankheit mit multifaktioriellen Ursachen. D.h., dass viele verschiedene Dinge Einfluss auf den Ausbruch oder den Schweregrad der Krankheit haben können -> siehe Thema "Aufzucht"

Eine genetische, also erbliche Komponente ist jedoch mittlerweile weithin anerkannt. Eltern, die selbst eine sehr schlechte Hüfte haben, bekommen also eher Nachwuchs mit ebenfalls schlechten Hüften als Elterntiere mit gesunder Hüfte. Beim Hollandse Herder darf deshalb nur mit Hunden gezüchtet werden, die eine HD A, HD B oder HD C-Hüfte haben, dabei darf ein Hund mit HD C nur mit einem Hund verpaart werden, der HD A hat.

Der HH gilt als nahezu HD-freie Rasse. Damit das so bleibt, sollte weiterhin züchterisches Augenmerk auf ausschließliche Verwendung überprüft hüftgesunder Hunde gelegt werden, auch wenn der NHC (Nederlandse Herdershonden Club) auf Grund der höchst selten aufgetretenen mittleren und schweren HD-Fälle eine generelle Röntgenpflicht der zur Zucht zugelassenen HH in den Niederlanden aufgehoben hat.