Erfahrungsbericht Tetanus

Pebbles mit Tetanus am 27.02.2007Ende Februar 2007 erkrankte meine Hollandse Herder Hündin Pebbles an Tetanus (Wundstarrkrampf), einer Krankheit die bei Hunden so selten ist, dass es Tierärzte gibt die sagen ein Hund oder eine Katze könne daran nicht erkranken. Das dies nicht wahr ist, beweist nicht nur die Krankengeschichte meines Hundes sondern auch die einiger anderer, die häufig zuerst auf andere Krankheiten hin behandelt wurden, weil Tetanus aufgrund seiner Seltenheit oft erst spät erkannt wird. Manchmal vielleicht zu spät?


Damals habe ich im Internet viel nach Informationen über diese Krankheit gesucht und habe verhältnismäßig wenig gefunden. Die wenigen Berichte über Krankheitsverläufe die ich ausmachen konnte haben mir jedoch viel geholfen. Geholfen vor allem dabei, die aktuelle Krankheitssituation meines Hundes einschätzen und mich auf den zu erwartenden Verlauf einstellen zu können. Dadurch konnte ich auf Neues besser und weniger panisch reagieren.


Den genauen Krankheitsverlauf habe ich damals im Hollandse Herder Forum, zeitweise fast täglich beschrieben und ich möchte nun anderen eventuell Betroffenen mit diesen Eintragungen genauso Informationen bieten, wie ich sie damals suchte und teilweise auch fand, wenn auch nirgends so ausführlich wie ich es mir gewünscht hätte. Aber wenn man einen schwer erkrankten Hund hat, reichen einem die Informationen wahrscheinlich niemals wirklich aus.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich nochmals bei allen Fories bedanken, die mich damals so sehr unterstützt haben und mir zur Seite standen. Ich hoffe sie werden mir verzeihen, wenn ich meine Darstellung hier fast ausschließlich auf die Berichte beschränke die ich damals eingestellt habe. Teilweise sind sie etwas gekürzt und zusammen gefasst, aber ich habe absichtlich nicht alle Teile heraus genommen die meine damalige Gefühlslage zum Ausdruck bringen, denn eine Krankheit besteht nicht nur aus Fakten, sondern auch aus allem drum herum, zumindest für einen recht unmedizinisch denkenden Hundehalter.

 

23.02.2007

Muss mir nun einfach noch einmal den Frust von der Seele reden.

Wie manche aus dem Chat wissen, humpelte Pebbles seit einigen Tagen. Es wurde zwar langsam besser, aber vorsichtshalber fuhren wir heute zum röntgen. Nun, Pebbles humpelte fast gar nicht mehr und die TÄ zog und zerrte an Pebbles Bein und Pfote rum um eine Schmerzreaktion zu provozieren, aber es kam nichts.

Nun, sie meinte röntgen bräuchten wir unter diesen Umständen nicht, sie hätte sich wahrscheinlich nur vertreten. Habe noch einmal drei Spritzen Metacam mitbekommen und sollte mich melden wenn es schlechter wird, oder auch nur nicht besser.

Vor einer Stunde sehe ich, wie Pebbles sich intensiv die Pfote leckt und will mir das noch mal näher anschauen. Da sehe ich, dass die Pfote total geschwollen ist, die Haut oben auf der Pfote ist aufgeplatzt und lässt das Fleisch raus gucken. Habe direkt meine TÄ angerufen die mir gesagt hat wie ich das Versorgen soll und morgen früh geht es wieder in die Praxis.

Ich bin noch nicht wirklich überzeugt davon, dass die Wunde und das Humpeln zuvor im Zusammenhang stehen.

Als ich heute bei der TÄ war, humpelte Pebbles nur noch ganz wenig und es war definitiv keine Wunde zu sehen. Wir haben beide genau geschaut und das nicht zum ersten mal. Die Pfote war auch in keiner Weise angeschwollen wie sie es jetzt ist. Die Haut ist oben auf der Pfote an der letzten Zehe aufgeplatzt, wenn da irgend etwas gewesen wäre, hätten wir es gesehen. Auch mit aufgeplatzter Pfote humpelte Pebbles nicht stärker, das tut sie erst wieder, seit sie den Verband drum hat den ich im Schweiße ihres Angesichts angebracht habe. Nun bin ich mal gespannt was der morgige Tag bringt.

 

24.02.2007

Wir waren heute Vormittag bei der TÄ, aber wirklich schlauer bin ich nun auch nicht. Die Vermutung der TÄ ist ein Fremdkörper in der Pfote. Im Gewebe meinte sie ein Loch zu erkennen das eventuell darauf hin deuten könnte. Sie hat die Wunde sozusagen ausgestrichen, aber es kam nichts raus. Nun soll ich das täglich selber weiter machen, entweder es kommt etwas, oder es kommt halt nix (weil es vielleicht schon wieder draußen ist) und heilt einfach. Nächste Woche werden wir telefonieren, aber stellt sich nicht bald eine Besserung ein, oder bekomme ich eine sichere Diagnose, dann werde ich den TA wechseln.

 

26.02.2007

Die Wunde an Pebbles Pfote ist dabei langsam abzuheilen. Da Pebbles den Verband auch in Ruhe lässt gibt es da keine Probleme. Wenn sie beim Verbandswechsel zwischendurch läuft humpelt sie auch überhaupt nicht mehr, also haben sich meine Sorgen gestern beruhigt.

Gestern als ich ins Bett ging kamen Pebbles und Abeja auch direkt an, wie jeden Abend, um zu "fragen" ob sie mit ins Bett dürfen. Ich schaute Pebbles an und wunderte mich über ihren komischen Gesichtsausdruck, ich dachte "was ist der denn über die Leber gelaufen, dass sie so scheel guckt". Nun beide durften ins Bett und die Nacht ging vorbei. Als ich heute morgen aufstand, hatte ich natürlich direkt wieder die Hunde vor den Füßen und ich wunderte mich, Pebbles mit dem gleichen scheelen Gesichtsausdruck zu sehen wie am gestrigen Abend. Eine für sie ungewöhnliche halbschräge Ohrenhaltung, nicht wirklich vorne, nicht wirklich zurück und die Augen schlitzig und irgendwie komisch, ich wusste nicht genau was mich störte.

Ich musste zur Arbeit, aber sagte meiner Mutter Bescheid, dass sie das im Blick behalten solle. Als ich Mittags anrief sagte sie, es sei alles in Ordnung und sie hätte keinen ungewöhnlichen Gesichtsausdruck bemerkt. Ich war beruhigt, also brauchte keinen TA Besuch irgendwie einschieben, denn diese Woche muss ich von 09:00 - 18:00 Uhr arbeiten.

Nach Feierabend ging ich in die Wohnung meiner Eltern um Pebbles abzuholen, sie lag in der Box die ich gekauft hatte, damit meine Eltern sie wegen ihrer Pfote zwischendurch ruhig halten können und schaute mich genauso schielend an wie am Morgen. Ich Dämelack, meine Eltern kennen meine Hunde nicht so in und auswendig wie ich, sie haben es nur einfach nicht bemerkt. Ich war eine kleine Runde Gassi mit ihr um sie eventuell aufzulockern, aber sie war sehr relaxed an der Leine. Nicht aufgedrehter als sonst, trotz Bewegungsmangel. Zuhause habe ich dann Fieber gemessen, 39,1 °C und ihre Spritze Metacam verabreicht, ihre Ohrenhaltung ändert sich in keiner Situation. Selbst wenn ich sie massiere und bewege "flutschen" sie nach dem Loslassen wieder in die gleiche Position. Kein Ohrenspiel keine veränderliche Mimik, ansonsten macht sie einen fitten Eindruck.

Pebbles am 26.02.2007

 

27.02.2007

Ich hatte besonders seit gestern Abend im Chat wirklich große Angst um Pebbles. Gestern noch während des Chat habe ich beide Hunde gefüttert und Pebbles schien große Probleme beim Fressen zu haben. Alles wirkte irgendwie unkoordiniert, als wenn sie Schwierigkeiten beim Kauen hätte. Sie hat fast 10 Minuten zum fressen gebraucht und sogar noch etwas liegen lassen, was sie sonst nie tut. Ich bin dann zur Schublade mit den Hundesachen gegangen und habe einen Ball heraus geholt. Pebbles sah es und ist auch an mir hochgesprungen, weil sie ihn haben wollte. Ich habe ihr dann den Ball aus ca. einem halben Meter Entfernung zugeworfen und sie hat nach ihm geschnappt, ihn allerdings nicht erwischt. Das habe ich ca. drei mal getan und sie hat irgendwie immer neben, oder vor den Ball geschnappt. Sie bekommt sonst jeden Gegenstand aus den unmöglichsten Positionen, aber hier schaffte sie es nicht einen Ball den sie eindeutig haben wollte aus einem halben Meter zu fangen.

Heute morgen das gleiche Bild. Das Futter sogar nur zur Hälfte gefressen und den Ball bekam sie wieder nicht. Ihr Kopf und ihr Hals fühlten sich irgendwie hart an. Kann es nicht genau beschreiben aber es war anders als sonst, so als wäre sie ausgestopft, der Fellinhalt gab nicht nach wie sonst. Beim Gassi gehen mit meiner Mutter gegen Mittag zeigte sie sich aber munter und wie immer an allem interessiert.

Nun, nach einem sehr unkonzentrierten Arbeitstag war ich dann beim von mir erwählten TA in Hattingen, der bis 19:00 Uhr auf hat. Er sprach uns sogar bereits im Wartezimmer an was es denn gäbe und war super nett. Auch ihm viel sofort die ungewöhnliche Gesichtsmimik von Pebbles auf, vor allem der Vorfall des dritten Augenliedes. Die TA-Helferin sah Pebbles an und nannte sie dann nur noch Clarence, was sie aber so nett tat, dass ich sogar lachen musste. Und siehe da, sie kannte sogar die Rasse Hollandse Herder.

Zuerst wurde bei Pebbles Blut abgenommen und direkt untersucht, der Befund war einwandfrei. Pebbles wurde auf Augenreflexe untersucht und ich merkte, der Tierarzt hatte die ganze Zeit einen Verdacht. Er ließ sich noch einmal alle Vorfälle der letzten Zeit schildern und wollte genau wissen was wann passierte. Es kam eine zweite TÄ dazu und sogar ein Buch wurde geholt, um seinen Verdacht noch einmal genau nachzulesen. Die TÄ, die wohl ursprünglich aus der Humanmedizin kommt, sagte Pebbles Gesicht würde wie "Teufelsgrinsen" aussehen und an dieser Stelle deckte sich ihre Bemerkung dann mit dem Verdacht des TA den er bereits im Wartezimmer rein beiläufig erwähnt hatte. Tetanus, auch Wundstarkrampf genannt. Bei Hunden sehr selten, aber es kommt vor. Man kann auch dagegen impfen, was aber aufgrund der Seltenheit dieser Erkrankung im Allgemeinen nicht getan wird. Die Krankheit äußert sich vor allem durch eine Verkrampfung der Quermuskulatur, anfangs vor allem im Kopfbereich was zu komisch wirkendem Grinsen und Schlitzaugen führt. Die Kiefermuskulatur ist extrem verspannt, was zu starken Problemen bis Schmerzen beim Fressen führt, bis es ganz eingestellt wird. Schlussendlich verkrampft die komplette Körper- und auch Atemmuskulatur was dann zum Tode führt.

Pebbles Wunde wurde noch einmal genau untersucht, gereinigt und auch eine Spritze kam genau in die Wunde (die arme Maus), welche vom TA als vergleichsweise harmlos eingestuft wurde. Darauf hin bekam Pebbles noch zwei Spritzen mit Tetanus Serum welches sie vorsichtshalber auch in den nächsten beiden Tagen erneut bekommen wird.

Ich wurde noch darüber aufgeklärt, dass diese Krankheit unbehandelt immer tödlich verläuft, aber wenn sie in dem Stadium erkannt wird in dem Pebbles sich anscheinend befindet, sollte sie überstanden werden. Nächste Woche wäre es wohl zu spät gewesen.

Pebbles am 27.02.2007



28.02.2008

Ich war gerade wieder beim Tierarzt und Pebbles hat ihre zweite Dosis Serum bekommen. Sie ist sehr ruhig geworden. Ihr fällt das Schlucken sehr schwer, sie speichelt stark und sie hustet häufig, weil sie sich verschluckt. Sie rührt kein festes Futter mehr an, sondern nimmt nur noch weiche, breiartige Nahrung auf. Sie trinkt viel was ihr aber sichtlich schwer fällt denn sie kann ihre Zunge schlecht koordinieren. Ihre Ohren stehen noch dichter beieinander als in den letzten Tagen und auch die Lefzen des Oberkiefers ziehen sich immer häufiger nach oben und lassen die Zähne blitzen. Sie steht meist breitbeinig um besser das Gleichgewicht halten zu können aber schwanken tut sie nicht. Inzwischen fangen auch die Seitenpartien des Rumpfes an sich zu verhärten und die Hinterbeine beginnen steifer zu wirken. Allein ihre Augen sehen inzwischen wieder etwas normaler aus.

Ich habe eine Energiepaste von TA mitbekommen um die Nährstoffversorgung von Pebbles sicher stellen zu können. Er sagt wenn sie gar nicht mehr frisst und womöglich auch noch das trinken einstellt muss sie über eine Sonde ernährt werden aber ob ich das zulassen würde weiß ich noch nicht. Ich hoffe ich werde nicht vor diese Entscheidung gestellt.



Geschrieben von Piwische am 28.02.2007

Vielleicht wirkt ein bisschen Aufklärung beruhigend? Ich gebe mir mal Mühe:

Das Antibiotikum (Penicillin?), das sie sicher bekommt, wirkt zunächst einmal nur gegen die Bakterien. Das heißt, es wird verhindert, dass neues Toxin gebildet wird. Bereits vorhandenes kann dadurch nicht beeinflusst werden.

Das Antiserum wirkt nur auf freies Toxin. Das heißt: Toxin, das sich im Wundbereich oder in der Blutbahn befindet. Es wirkt nicht gegen Toxin, dass die Nervenbahnen schon erreicht hat.

Deshalb verschlechtert sich der Zustand von Pebbles zunächst, denn das ganze Toxin, was schon an Nerven gebunden hat, wird trotzdem weitergeleitet. Aus diesem Grund hat der TA Pebbles sicher noch ein muskelentspannendes Mittel (Diazepam?) gegeben, um den Krämpfen entgegenzuwirken. Deshalb auch die möglichst reizarme Umgebung, denn schon leichte äußere Reize können Kontraktionen der Muskeln auslösen.



01.03.2007

Heute hat Pebbles ihre dritte Dosis Serum bekommen. Ihre Verkrampfungen sind weiter fortgeschritten und sie läuft sehr staksig. Sie verschluckt sich noch viel häufiger und hat inzwischen auch mit dem Futterbrei so ihre liebe Not aber sie hat Hunger, will fressen und tut es auch obwohl es für sie Schwerstarbeit ist. In der Nacht hat sie mehrfach richtige Krampfanfälle bekommen aber nur recht kurz und wenn ich sie angefasst habe hat sie sich wieder beruhigt. Irgendwie kam es mir vor als hätte es was mit ihren Träumen zu tun, denn im Wachzustand hatte sie keine solche Anfälle. Ihre Verkrampfung im Gesicht scheint noch ein wenig zugenommen zu haben denn die Ohren stehen noch dichter beieinander als sonst schon. Ihre Augen sind jedoch wieder fast ganz klar und die Nickhaut bleibt wo sie hin gehört. Insgesamt habe ich den Eindruck, ihr Zustand ist zwar ein wenig schlechter geworden, dies aber langsamer als bisher. Allerdings ist das reine Gefühlssache.

Für mich ist es im Moment das größte Problem sie ruhig zu halten, dann sie zeigt an allem Interesse. Nicht so überschwänglich wie es sonst ihre Art ist aber sie interessiert sich für fast alles. Ich habe überall nur schummrige Beleuchtung, Radio und TV bleiben aus. Das einzige was läuft und womit ich mich beschäftige ist mein Rechner, dessen Lautsprecher auch ausgeschaltet bleiben. Trotzdem findet Pebbles keine Ruhe. Sie ist immer hin und her gestakst bis ich sie in ihre Box gesperrt habe aber auch da schläft sie nicht, sondern passt auf das sie nichts verpasst und reagiert auf jedes Geräusch im Haus, nicht heftig aber sie reagiert. Es ist viel extremer als im Normalzustand wo sie, wenn nichts los ist immer schläft.

Die TÄ die heute die Spritzen setzte (der TA war nicht da), konnte keine wirklichen Erfahrungswerte preisgeben, sie praktiziert seit 1990 und Pebbles ist erst der zweite Hund mit Tetanus den sie live sieht, welch zweifelhafte Ehre. Nun ich habe aber den Eindruck, dass sich in der TA Praxis alle Ärzte, drei an der Zahl, erst einmal "upgedated" haben bezüglich der Krankheit an sich, ihres üblichen Verlaufes und den Maßgaben an die sich der Halter halten sollte. Auf solch eine Sonderstellung hätte ich gerne verzichtet.

Das Serum muss nun noch 11 mal gespritzt werden. Die Literatur sagt wohl, dass das Serum an drei aufeinanderfolgenden Tagen gespritzt werden soll. Der TA hat sich aber bei seinem Mentor erkundigt und dieser sagte ihm er würde ihm zu 14 Tagen raten um ganz sicher zu gehen, alle Toxine zu binden (ich hoffe ich habe das richtig verstanden) und die Krankheit definitiv zu besiegen. Falls so viel nicht nötig wäre könne es auch nicht Schaden. Da es wohl sehr, sehr schwierig bis unmöglich ist die Tetanuserreger nachzuweisen, kann man sich da auch leider nicht mit Tests behelfen.

 

Pebbles am 01.03.2007

Pebbles am 01.03.2007 im Profil

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pebbles Schwanzhaltung

 


02.03.2007

Wir kommen gerade wieder von Tierarzt, Pebbles hat ihre 4. Dosis Serum bekommen und die Pfote wurde neu verbunden. Sie läuft genauso wie staksig wie gestern und auch äußerlich hat sich nicht viel verändert. Ich bilde mir zwar ein, dass ihre Ohren noch ein wenig dichter beieinander stehen aber wie gesagt, das mag Einbildung sein.

Fressen fällt ihr noch ein wenig schwerer als gestern und trinken geht fast gar nicht mehr. Sie möchte zwar aber da sie ihre Zunge kaum unter Kontrolle hat funktioniert es kaum. Sie steckt ihre Schnauze ins Wasser und macht sie auf und zu. Was dabei in Richtung Rachen spritzt ist o.k. ansonsten bleibt es halt im Napf. Meine Mutter hat heute für sie Nudeln mit Hühnchen gemacht davon hat sie gerade ihre zweite Portion bekommen. Ich habe noch etwas Vitaminpaste dazu gemischt alles püriert und es kamen noch zwei Kellen Brühe darunter, damit sie mehr Flüssigkeit bekommt. Momentan fällt es sehr schwer sie ruhig zu halten, vor allem weil sie alles anstrengt. Egal ob Pippi machen, fressen oder trinken, alles ist Schwerstarbeit für sie die ja eigentlich vermieden werden sollte. Aber auch so hat sie eine extreme innere Unruhe. Sie ist viel zu viel wach und selbst wenn ich neben ihr liege kommt sie inzwischen kaum noch zur Ruhe.

Der TA ist auch recht besorgt, weil es bisher täglich nur schrittweise bergab geht. Er sagte mir das es auch die Möglichkeit gäbe das Serum direkt in die Vene zu spritzen was in neueren Untersuchungen auch schon probiert wurde, das würde besser helfen als die bisherigen Spritzen unter die Haut, könnte aber unter Umständen auch einen tödlichen Schock auslösen, darum haben wir uns gemeinsam entschieden erst einmal so weiter zu machen wie bisher. Ich mache mir wirklich große Sorgen obwohl ich doch weiß, dass ich mehr Geduld haben muss aber der sorgenvolle Blick den der TA uns nachwarf als wir die Praxis verließen hat mich noch mehr verunsichert. Aber wir geben noch lange nicht auf. Pebbles ist eine junge kräftige Hündin der gerade jede Sekunde des Tages den Kampf ihres Lebens kämpft und sie beweist gerade wie riesig ihr Kämpferherz ist. Allen Informationen nach die ich bisher gelesen habe, gehört sie zu den Hunden mit den größten Chancen und auch wenn es bisher stetig bergab ging, wir werden nicht zulassen, dass die Informationen lügen gestraft werden.

Quelle: http://www.tieraerztlicheklinik-nuernberg.de/fileadmin/pdf/tetanus.pdf

"Auch bei den von uns beobachteten Fällen konnte eine auffallende Häufung beim Hund beobachtet werden."

"Werden die ersten 10 Tage überlebt und kommen keine Komplikationen (Pneumonie, Cystitis) hinzu, sind die Chancen der vollständigen Genesung gut. Die Krankheitsdauer unserer Tetanuspatienten betrug eineinhalb bis drei Wochen."



03.03.2008

Gerade eben hat Pebbles ihre 5 Dosis Serum bekommen Zudem habe ich heute noch Diazepam zur Beruhigung mitbekommen.

Im Ganzen muss ich sagen ist heute der erste Tag an dem ich keine große Veränderung bei Pebbles feststellen konnte. Es hat sich nichts verbessert aber auch nichts verschlechtert und das empfinde ich erst schon mal als einen Fortschritt. Sie frisst weiterhin gerne wenn auch unter großer Anstrengung und auch das Trinken geht so gerade eben, genau wie gestern, dementsprechend habe ich also heute nicht mehr zu berichten.



04.03.2008

Pebbles hat heute ihre 6. Dosis Serum bekommen. Inzwischen versucht sie schon kaum noch sich gegen die Spritzen zu wehren. Wenn das alles vorbei ist kann ich sie wahrscheinlich alleine zum TA schicken weil sie Spritzen dann für eine Alltäglichkeit hält.

Was den Krankheitsverlauf angeht, bin ich mir im Moment nicht so ganz sicher was ich davon halten soll. Zum einen habe ich den Eindruck, dass ihr das Trinken zum Beispiel schon wieder etwas leichter fällt während sie beim fressen kämpft wie bisher. Ihre Augen wirken wacher und klarer und heute morgen im Bett hat Pebbles versucht mit mir zu kabbeln, worauf ich natürlich nicht eingegangen bin. Was die äußerlichen Verkrampfungen angeht, kann ich keine Änderung zu gestern feststellen, was sich geändert hat ist definitiv ihr Verhalten.

Die ganze Zeit habe ich gewartet auf die Licht- und Geräuschempfindlichkeit von der ich schon so viel gelesen habe aber die hat sich bisher nicht eingestellt. Pebbles ist ja überhaupt in den letzten Tagen schon von dieser inneren Unruhe beseelt die ich nicht dämpfen kann. Auch das Diazepam hat nicht die Auswirkungen gezeigt die ich mir erhofft habe, genau genommen kann ich überhaupt keine Wirkung feststellen. Nun ist außerhalb der Wohnung noch eine allgemeine Unsicherheit hinzu gekommen. Nicht bezüglich Licht oder Geräuschen, sondern gegenüber allem möglichen. Sie gerät nicht in Panik aber sie wirkt wie ein Welpe der alles kennen lernt und nicht weiß was er von manchem zu halten hat. Ich gehe mit ihr ja keine Gassirunden, ihre Geschäfte macht sie zur Zeit ausschließlich in unserem kleinen Garten. Dort machte sie mir heute den Eindruck als müsse sie diesen plötzlich neu kennen lernen. "Wo kommt denn dieser Busch her? Seit wann steht der denn hier? Und was ist das für eine Gartenbank? Wo kommt die plötzlich her? Und hat die Wiese schon immer so gerochen? Warum steht denn hier ein Baum, wer hat den dahin gestellt?" So in etwa habe ich ihr Verhalten heute interpretiert. Nicht das sie zurück geschreckt wäre aber wie ein etwas unsicherer Welpe der alles noch nicht kennt ist sie von Busch, zu Baum, zu Bank usw getapert und hat daran gerochen um es sozusagen neu kennen zu lernen. Eigentlich wollte ich solche Aufregungen ja vermeiden aber sie konnte nicht Pippi machen bevor nicht alles neu entdeckt worden war. Dann wagte es die Nachbarstochter sich in ca. 50 Meter Entfernung von ihrem Freund mit dem Auto absetzten zu lassen, das musste natürlich unbedingt kommentiert werden indem sie mit Bürste mitten im Garten stand und versuchte zu bellen, nun viel kam dabei nicht raus. Daraufhin habe ich sie dann auch wieder auf den Arm genommen und die paar Stufen zu meiner Wohnung hinunter und rein getragen. Innerhalb der eigenen vier Wände verhält sie sich wie immer.



05.03.2007

Wir waren gerade wie inzwischen ja jeden Abend bei TA. Es gab die 7. Dosis Serum und dieses mal kein Antibiotika, das gibt es erst morgen wieder. Damit Pebbles aber nicht die zweite Spritze vermisst gab es dieses mal eine "Beruhigungsspritze" dazu. Leider habe ich vergessen nach dem Medikament zu fragen aber ich bin froh das Pebbles endlich mal ein wenig ruhiger ist und sich gerade eben freiwillig zum schlafen hingelegt hat. Das Diazepam hat bisher leider gar nicht gewirkt aber mir wurde gerade gesagt, das ich demnächst die Dosierung ruhig steigern kann, über 15 mg bis max. 20 mg wenn es sein muss.

Pebbles äußeren Symptome haben sich nicht verändert. Sie läuft genauso steif, kann genauso gut oder schlecht trinken und fressen wie in den letzten drei Tagen. Letzte Nacht hat sie es jedoch geschafft dafür zu sorgen, dass ich selber max. 30 min. Schlaf am Stück hatte. Erst kam sie nicht zur Ruhe bis sie dann endlich an meine Seite gekuschelt einschlief und dann hatte sie in nahezu jeder Tiefschlafphase solche Zuckungen oder Krämpfe, dass ich immer wieder aus dem Schlaf gerissen wurde. Ich machte mir Sorgen weil ich nicht wusste ob das was da abläuft o.k. ist oder nicht und fasste sie immer an in der Hoffnung sie damit beruhigen zu können aber es half nichts. Irgendwann als ich das Nachtlicht an ließ konnte ich genau beobachten wie wieder ein Krampf- oder Zuckungsanfall begann. Er begann direkt vorne an der Schnauze wo die Leftzen mit relativ geringen Zuckungen begannen. Dann fing der Nacken an zu zucken und zu krampfen, die Vorderbeine schlugen aus und die Hinterbeine rannten wie wild in der Luft. Ich bekam Schiss und fasste sie an um sie zu wecken aber sie wurde nicht wach. Ich fasste sie richtig feste an und schüttelte sie aber es ging weiter. Dann packte ich sie am Nacken und zog sie in meine Richtung rüber da schien sie endlich zumindest halb wach zu werden und knurrte mich an. Ich sprach sie an und es sah aus als würde sich ein Schleier lichten. Sie erkannte mich und alles war gut und als wäre nichts gewesen. Schmerzen schien sie bei der ganzen Aktion nicht gehabt zu haben und ich habe mir vorgenommen, dass wenn sie heute Nacht wieder anfängt, ich sie erst einmal in Ruhe lassen werde.

Den restlichen Tag war sie eigentlich nicht viel anders als gestern, außerhalb der Wohnung etwas schreckhaft aber immer noch an allem interessiert. "Anders" wurde es eigentlich erst als wir zum Tierarzt fuhren. Wie immer kam meine Mutter runter zu meiner Wohnung und wir gingen mit Pebbles die 5 Meter vom Hauseingang zum Auto. Pebbles schaute schon wieder leicht irritiert in der Gegend herum als ich die Heckklappe öffnete. Meine Mutter hatte Pebbles an der Leine und beobachtete sie genau wie wir es zur Zeit eigentlich immer tun um jede Kleinigkeit mit zu bekommen. Plötzlich bekam Pebbles eine Bürste, duckte sich vorne runter, fletschte die Zähne und knurrte meine Mutter drohend an. Ich rief nur schnell "guck sie nicht an", meine Mutter schaute weg und der ganze Spuk war vorbei. Ich packte Pebbles in die Autobox, wir stiegen ein und atmeten dann erst einmal durch. Nicht das einer von uns ernsthaft befürchtet hätte, dass Pebbles wirklich geschnappt hätte aber einen Schrecken haben wir trotzdem bekommen.

Beim TA musste wir leider ein ganzes Stück entfernt parken weil die ganze Straße dicht war. Wir waren gerade ausgestiegen und machten uns auf den Weg als vor uns eine Haustür aufging und ein Mann eine Mülltonne mit Radau hinter sich auf den Bordstein zog. Pebbles stieg in die Leine und wollte nach hinten weg was dank der Leine natürlich nicht ging. Der Mann verschwand wieder, ich sprach Pebbles gut zu und sie beruhigte sich wieder.

Als wir in die Praxis kamen war diese ungewöhnlich voll. Hunde direkt im Eingangsbereich, eine Frau die direkt auf Pebbles zuging und sie auf ihren Hinkefuss ansprach (ob sie sich wirklich wunderte das keine Antwort kam?). Gott sei Dank kam gerade der TA durch und schickte uns direkt durch ins nächste freie Behandlungszimmer wo wir die Tür hinter uns zu machen konnten und einigermaßen Ruhe hatten. Nach ein paar Minuten kam eine der beiden TÄ die mit in der Praxis arbeiten mit den Spritzen die Pebbles bekommen sollte. Wir unterhielten uns über den aktuellen Stand, Pebbles bekam ihr Serum und eine Beruhigungsspritze was sie auch tapfer hin nahm. Als ich Pebbles gerade von Tisch runter heben wollte, kramte die TÄ etwas in den Plastikbehältern die auf der Arbeitsplatte standen und als Pebbles dieses eigentlich eher leise Geräusch vernahm drehte sie hoch und fing an sich zu winden um aus meinem Griff zu entkommen. Ich schaffte es aber sie heile auf den Boden zu setzen wo sie erst einmal kurz verharrte. Dann ging sie langsam schleichend zur TÄ die ihr vorsichtig die Hand zum schnuppern entgegenstreckte. Pebbles nahm eine Nase voll um dann wie ein Wildpferd in die Leine zu steigen und sich zu winden wie ein Aal. Sie sprang knapp am Behandlungstisch vorbei bis sie dann stark hechelnd in der Ecke sitzen blieb wo sie sich bei jedem Geräusch das von irgendwo kam sofort hektisch umblickte und innerlich immer weiter hoch drehte und hechelte. Die TÄ und die Helferin verließen sofort den Raum und da ich so weit weg parkte, drückte ich meiner Mutter Pebbles Leine in die Hand und joggte zum Auto zurück um es zu holen. Meine Mutter blieb mit Pebbles solange im ruhigeren Behandlungszimmer um nicht draußen bei den anderen Patienten stehen zu müssen. Die TÄ sagte noch beim nächsten mal sollen wir doch einfach direkt vor der Tür parken, trotz absolutem Halteverbot um vermeidbaren Stress fern zu halten. Wir haben uns nicht weiter unterhalten können aber wenn Pebbles morgen ähnlich schreckhaft ist, werde ich wirklich vor der Tür parken und fragen ob TA oder TÄ nicht zum Auto kommen können um dort zu spitzen und wie ich sie einschätze werden sie es auch tun.

Nun, Pebbles Verhalten hat mich Anfangs schon ein wenig aus der Bahn geworfen aber inzwischen habe ich mich wieder beruhigt. Genau wie Pebbles, die seit langer Zeit das erste mal entspannt auf der Couch schläft während ich am Rechner sitze. Vergleichbares Verhalten, wenn auch weniger ausführlich beschrieben gab es in allen Fallbeschreibungen über Tetanus die ich finden konnte. Es gehört also zum Krankheitsbild und gibt nicht automatisch Grund zur Panik. Alle Hunde von denen ich las mussten da durch also muss es auch Pebbles. Wenn der ganze Spuk endlich vorbei ist wird es nur noch eine Erinnerung sein auf die ich zwar verzichten könnte aber die eben dazu gehört.



06.03.2007

Pebbles hat heute ihre 8. Dosis Serum bekommen. Sie hat sich wieder ein wenig in der Praxis aufgeregt aber nicht so extrem wie gestern und es wäre alles halb so schlimm gewesen, wenn sie sich ihren Verband an der Pfote nicht von einem tollen Stiefel zu einem modischen Halbschuh runter gefressen hätte. Der neue Verband, der allerdings spätestens morgen eh hätte gewechselt werden müssen hat unsere Aufenthaltszeit in der Praxis mehr als verdoppelt. Nun, ja. Die Wunde sieht inzwischen schon recht gut aus und wenn wir Glück haben ist dieser Verband der letzte den sie bekommen hat.

Pebbles Zustand hat sich seit gestern nicht verändert. Die Schreckhaftigkeit ist vielleicht nicht ganz so raus gekommen weil ich mit ihr nur heute früh und heute Abend im Dunkeln draußen war. Sie wirkt zwar auch da sehr aufgedreht und vorsichtig aber es ist nicht ganz so schlimm.

Das größte Problem ist noch immer sie ruhig zu halten. Dafür sorgen dass sie nicht rennt, nichts aufregendes erlebt usw. ist nicht wirklich schwierig aber dafür zu sorgen, dass sie nicht hochdreht wenn sich im oder vor dem Haus irgend etwas was rührt ist nahezu unmöglich. Normalerweise ist sie Zuhause ruhig wenn nichts los ist und lässt sich von Kleinigkeiten nicht aus der Ruhe bringen aber in ihrem nervösen Zustand der zum absoluten unausgelastet sein dazu kommt (sie kann sich zwar nicht gut bewegen aber sie will halt) sieht es leider anders aus. Heute Abend in der Praxis hat sie wieder ein Injektion mit Diazepam bekommen, was im Moment für ein wenig Ruhe sorgt. Komischerweise spricht sie auf die Injektionen an, während die Diazepam Tabletten bei ihr vergebene Liebesmüh sind. Also sie kippt durch die Injektion nicht gleich schlafend um aber sie findet dadurch zur Ruhe und darausfolgend auch in den Schlaf.



07.03.2007

Gerade gab es die 9. Dosis Serum. Die Tierarzt Praxis war recht leer und alles ganz entspannt. Alles? Ja, alles. Selbst Peppi war die Ruhe in Person. Wir konnten wie immer direkt in einen Behandlungsraum, mussten dort aber eine Weile warten bis der Arzt kam. Pebbles nutzte die Zeit um den Raum gründlich abzugehen und zu inspizieren. Als sie damit fertig war, läutete sie eine Schmusestunde ein indem sie sich mir zu Füßen warf und sich genüsslich streicheln ließ. Zwischendurch stand sie auf um sich von meiner Mutter Streicheleinheiten abzuholen und kam dann wieder zu mir, die ich inzwischen auf dem Boden Platz genommen hatte (meine Mutter saß auf dem einzigen Stuhl im Raum) um sich wieder zu mir zu legen.

Selbst als nach einiger Zeit der TA mit einer Studentin im Schlepptau ankam um dieser die Gelegenheit zu geben sich dieses Krankheitsbild, welches er ihr ausführlich erklärte, live anzuschauen, stand sie zwar auf aber blieb ganz gelassen. Nur als ich sie auf den Tisch hob, verging ihre Gelassenheit aber sie hat alle drei Spritzen (Serum, Antibiotika und Diazepam i.V.) wie immer tapfer über sich ergehen lassen und nachdem sie wieder unten war, war sie wieder ganz die Ruhe selbst also Herder-Ruhe natürlich.

Was Pebbles körperliche Verkrampfungen anbelangt hat sich heute nicht viel geändert. Sie läuft noch immer steif, hat noch immer leicht schlitzige Augen, extrem schräge Ohren und sie hat noch immer Schluckprobleme beim fressen und trinken. Trotzdem habe ich den Eindruck heute ging es ein Stückchen Berg auf. Sie hat letzte Nacht ruhiger geschlafen und mich max. drei mal wach gemacht, sie hat heute nicht so viel gejammert weil sie in der Box bleiben musste, sie war auch als ich Heim kam viel entspannter als die letzten Tage. Diese extreme innere Unruhe der letzten Tage war kaum noch zu spüren. Sie wirkte draußen und auch in der Praxis nicht mehr so extrem schreckhaft und desorientiert. Sie war wieder viel mehr meine Pebbles, so wie ich sie kenne. Noch nicht perfekt aber auf einem guten Weg.



08.03.2007

Heute gab es die 10. Dosis Serum und viel gibt es nicht zu berichten.

Heute gab es keine große Veränderung zu gestern. Ich habe zwar den Eindruck sie ist noch ein wenig "normaler" geworden aber das ist wirklich schwer zu beurteilen.

Ach ja und Pebbles hat vor 5 Minuten das erste mal wieder gefressen ohne sich danach stark hechelnd und total kaputt auf die Seite zu legen. Das Fressen an sich sah zwar noch genauso komisch aus wie bisher aber anscheinend war es weniger anstrengend für sie.

So, mehr habe ich für heute nicht und ich bin nicht traurig darüber.

Ach, eins habe ich fast vergessen, ab heute muss es steil bergauf gehen denn heute hat Peppi Geburtstag.



11.03.2007

 

Heute gab es die 13. Dosis Serum und ich glaube das war der kürzeste TA Besuch den wir seit langem, wenn nicht überhaupt hatten. Wir kamen rein, konnten direkt in eines der Behandlungszimmer durch, eine Minute später kam direkt die TÄ, setzte die Spritze und "bis morgen". Tja, so kann der TA Besuch zur Routine werden aber es gab auch wirklich nichts groß zu bereden. Nur, dass es gut war gestern die Diazepam Injektion wieder weg zu lassen, weil Pebbles durch die letzten beiden Injektionen eher unruhiger wurde.

Ich habe die letzten beiden Tage nichts geschrieben, weil es nichts zu berichten gab. Vom Verhalten her normalisiert sich Pebbles zusehends, im Gesicht sind keine Veränderungen groß erkennbar, allerdings habe ich den Eindruck ihr Gang wirkt wieder fast normal, also nicht mehr so steif wie eine Zeit lang. Sie kann wieder recht gut trinken, fressen klappt zumindest mit den servierten breiigen Gerichten auch recht gut. Gestern Abend bekam sie sogar ein paar Brocken Trockenfutter weil ich Abeja fütterte (Pebbles hatte eigentlich schon) und es viel ihr zwar sichtlich schwer aber die paar Brocken bekam sie gekaut.

Insgesamt wirkt Pebbles wieder etwas beweglicher, nur wenn sie in die Box ins Auto springt, in welcher sie sich ja immer drehen muss um hinten raus zu schauen, da sieht man bei dieser beengten Drehbewegung das sie noch leichte Probleme hat.

Momentan dürfte alles nur noch ein Geduldspiel sein, welches wir allerdings inzwischen schon recht gut beherrschen. Nur an Tagen mit so genialem Wetter wie heute, fällt es schon schwerer drinnen bleiben zu müssen. Obwohl wir heute sogar tagsüber zwei mal kurz im Garten waren. Pebbles zeigte sich auch hier relativ normal, wenig schreckhaft oder sensibel. Wie es allerdings auf fremden Gelände wäre kann ich natürlich noch nicht beurteilen.

Ich habe die Gelegenheit heute direkt genutzt um ein paar Aufnahmen zu machen, die den aktuellen Stand etwas verdeutlichen.

 

Hier Pebbles Gesicht heute im Vergleich zu Aufnahmen, die ich am 04.02.2007 ebenfalls im Garten gemacht habe

Pebbles am 11.03.2007 Pebbles am 04.02.2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pebbles am 11.03.2007 Pebbles am 04.02.2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf den Bildern kann man gut sehen wie die Muskulatur, die vom Hinterkopf des Hundes aus seitlich unterhalb den Ohren vorbei bis zum Kiefer führt, noch sehr angespannt ist, was zur Auswärtsdrehung der Ohren und zur Behinderung beim Kauen und trinken führt


12.03.2007

Heute gab es die 14. und damit letzte Dosis Serum.

Insgesamt hat sich seit gestern nicht viel verändert außer, dass auch das Fressen inzwischen immer besser klappt. Heute im Garten wollte Pebbles so gerne rennen weil sie so unausgelastet ist. Drei, vier mal habe ich sie auch gelassen aber dann ging es wieder rein. Eigentlich sollte sie sich noch nicht anstrengen aber ich dachte mir diese paar mal hin und her flitzen sind weniger schlimm als wieder hibbelige Unruhe über Stunden in der Wohnung. Die Rechnung scheint auch aufgegangen zu sein, sie ist seit dem viel ausgeglichener.

Unsere Zeit der täglichen TA Besuche ist nun erst einmal vorbei und ich hoffe das für Immer und Ewig. Pebbles bekommt weiterhin von mir Clavaseptin-Tabletten, ein Antibiotikum und zum TA geht es erst in einer Woche wieder, solange nichts passiert was mich eher hin treibt.

Nun, wie schon gestern geschrieben, was nun am wichtigsten ist, ist vor allem Geduld bis sich irgendwann die Verkrampfungen komplett gelöst haben. Eine Untersuchung sagte die Heilung nach Beginn der Behandlung dauert im Schnitt 1 1/2 - 3 Wochen, also noch liegen wir mit unseren 14 Tagen im Rahmen.



14.03.2007

Heute ist schon der zweite Tag ohne TA Besuch gewesen und es ist ein tolles Gefühl.

Pebbles schaut noch immer komisch aber ich merke, auch im Gesicht fängt der Krampf ganz langsam an sich zu lösen. Man merkt es daran, dass die Ohren nicht mehr ganz so dicht beieinander stehen und man hier und da ein angedeutetes Ohrenspiel erkennen kann. Es kommt wieder Leben ins Gesicht. Zwar langsam aber egal.

Wir waren heute das erste mal nicht nur im Garten sondern sind in den kleinen Park um die Ecke gegangen. Pebbles blieb natürlich an der Flexi und dem einzigen anwesenden Hund sind wir aus dem Weg gegangen, schließlich wollte ich eventuelle Aufregung vermeiden. Pebbles war super interessiert an jedem einzelnen Grashalm und fand es eindeutig klasse mal wieder etwas anderes zu sehen. Vor lauter Schnüffelei hat sie nicht mal versucht den ein oder anderen Spurt einzulegen. Nun, die Runde war nur kurz und Pebbles war danach auch schon ziemlig fertig und das obwohl es insgesamt maximal 500-600 Meter waren und höchstens 15-20 Minuten. Nun ja, ich glaube nicht das es geschadet hat aber morgen machen wir wieder ein bisschen weniger.



19.03.2007

Habe mich ja länger nicht gemeldet aber es war mir zu müßig immer nur zu schreiben "es wird ganz langsam immer besser".

Heute hat Pebbles das erste mal wieder normales Futter gefressen und es ging schon recht gut. Die Ohren stehen noch nicht ganz normal aber sie hat schon ein recht intensives Ohrenspiel. Bisher sind wir immer noch nur an der Flexi raus und ich habe noch immer versucht sie möglichst ruhig zu halten.

Nun diese innere Unruhe ist ja schon seit längerem verschwunden aber dafür weicht sie der extremen Unruhe durch unausgelastet sein. Heute war sie kaum zu ertragen. Sie war so voller Energie das ich fast die Krise bekommen habe obwohl meine Mutter eigentlich das meiste erduldete, da ich heute und morgen lange arbeiten musste/muss. Der Gang zum TA heute, war anfangs eine Qual weil sie so aufdrehte. Nun, großen Stress wollte ich ihr aber auch nicht machen weil ich ja weiß, dass es vor allem Unausgelastetheit ist, zudem wurde sie ja doch einige Zeit ziemlich verwöhnt. Also habe ich mich bemüht nicht mehr Benehmen zu verlangen als unbedingt nötig, damit ich nicht so viel durchsetzen muss. Als wir dann im Sprechzimmer wartetet, fuhr sie auch langsam runter und benahm sich von alleine. Na ja, zumindest bis ihr später die TÄ die zu lang gewordenen Krallen schnitt (jaja, kurze Gartengänge reichen eben nicht), denn da ließ Pebbles es sich nicht nehmen ihr einmal recht unmissverständlich ins Gesicht zu knurren. Tja, die "Kleine" ist halt wieder fit. Na und sie hat sich trotz kurzem Knurren dann doch vorbildlich benommen.

Was ich interessant fand, war die Tatsache, dass mir die TÄ erzählte, dass sie inzwischen einen zweiten Hund in der Praxis haben der an Tetanus erkrankt ist. Einen jungen Labbimix, dem es zur Zeit wohl nicht gut geht. Auch er hatte erst nur eine Pfotenverletzung, die dann zur Erkrankung führte. Die TÄ sagte, ein TA erlebt normalerweise ca. 3 Tetanusfälle in seiner kompletten Berufspraxis und in diesem Fall haben sie ungewöhnlicher Weise zwei Fälle so kurz nacheinander.



23.03.2007

Pebbles geht es gut, charakterlich ist sie wie vorher, keinerlei Schreckhaftigkeit oder Ängstlichkeit mehr. Äußerlich ist sie auch fast wieder die Alte, nur sie ihre Ohren hält sie ab und zu noch etwas ungewöhnlich, besonders wenn sie unter Stress steht.

Wir waren letzten Montag zur letzten Kontrolle beim TA und Pebbles wurde sozusagen als geheilt ins normale Leben entlassen. Der Labbimix von dessen Tetanuserkrankung wir letztes mal erfahren haben ist leider inzwischen verstorben.