Tetanus

Pebbles mit Tetanus am 11.03.2007Wundstarrkrampf (Tetanus)

Die Ursache des Wundstarrkrampfes liegt in der Infektion des Hundes mit einem Bakterium, genauer gesagt mit Clostridium tentani. Cl. tetani findet sich v.a. in mit Stallmist überdüngten Flächen, in Kot (auch Hundekot) und im Darm - es ist also an vielen Orten vorhanden. Noch dazu ist es in Sporenform äußerst haltbar, so dass es in der Umwelt nicht effektiv bekämpft werden kann. Dieses Bakterium gelangt meist über Verletzungen (Pfotenbereich, Maulhöhle) in den Tierkörper. Es vermehrt sich in Wunden, wo wenig bis gar kein Sauerstoff vorhanden ist oder sich schon andere Bakterien angesiedelt haben. Die Symptomatik wird jedoch nicht durch das Bakterium als solches, sondern durch von ihm gebildete Giftstoffe (Toxine; hier: Tetanospasmin, Tetanolepsin) hervorgerufen.

Das Tetanospasmin bindet sich an Nervengewebe, das an die Muskulatur angrenzt und "wandert" bis zum Rückenmark hoch. Dort sammelt es sich in der sog. "Grauen Substanz" (ein Teil des Toxins wandert aber noch weiter, bis es ins Gehirn gelangt -> dadurch kommt die Kopfform der Infektion zustande, s.u.). Es verhindert so, dass vom Rückenmark ausgehend Signale zur Muskulatur gesendet werden mit der Nachricht "entspannt euch", was dazu führt, dass die Muskulatur immer angespannt, steif und verhärtet ist. Dadurch wiederum kommt es zu den typischen Symptomen der Tetanus-Infektion, die meist 5-21 Tage nach der Infektion auftreten:

 

In leichten Fällen kann nur eine einzige Muskelgruppe betroffen sein, die dann versteift und fest ist. In anderen Fällen wird der Gang unsicher und wie auf Stelzen. Die gesamte Körpermuskulatur kann angespannt und verhärtet sein, die Rute wird nach hinten oder oben gestreckt gehalten, der Hund steht "sägebockartig", hat Probleme sich zu drehen und/oder aufzustehen. Bei solch generalisierten Muskelverspannungen kann die Körpertemperatur erhöht sein.

Es gibt noch eine Kopfform, die am Anfang der Infektion auftreten kann, und ein sehr typisches Bild bietet: die Ohren sind nach hinten und auf die Stirn zusammengezogen, wodurch die Stirnhaut in Falten gelegt wird. Die Augen können weit aufgerissen sein und schielen, oder aber die Lidspalte ist schlitzfömig verengt. Der Lefzenwinkel wird stark nach hinten gezogen, so dass u.U. die oberen Eckzähne entblößt werden können. Da die Hunde so einen sehr "verschlagenen" Gesichtsausdruck bekommen, nennt man diese Symptomatik auch "Teufelsgrinsen". Die Kaumuskulatur ist so angspannt und verhärtet, dass die Hunde nicht fressen und trinken können, auch ein passives Öffnen des Maules ist nicht möglich.

Jede Reizung des Tieres (Geräusche, Berührungen, Lichteinflüsse) können zu Krämpfen führen, die Hunde sind hochempfindlich. Deswegen müssen solche Hunde in eine möglichst reizarme Umgebung gebracht werden, am besten in einen wenig frequentierten Raum der abgedunkelt wird. Jedweder hektischer Umgang mit dem Hund muss vermieden werden.

Außerdem ist der Hund, so er selbst nicht mehr fressen und trinken kann, mit Infusionen zu versorgen, damit er nicht austrocknet. Deswegen macht es - je nach Schweregrad der Erkrankung - Sinn, den Hund stationär in eine Praxis oder Klinik aufnehmen zu lassen. Dort ist die adäquate Behandlung und bestmöglichste Versorgung gewährleistet.

Ohne Behandlung ist die Infektion tödlich, aber auch bei Behandlung dauert es meist lange (3-4 Wochen) bis es zur Besserung der Symptomatiken kommt. Bei schwerem Verlauf der Infektion sterben 40% (oder mehr) der betroffenen Tiere.

Es gibt eine Tetanus-Impfung, da aber Hunde normalerweise nicht an Tetanus erkranken und noch dazu das Auftreten von Tetanus stark regionenabhängig ist, wird von einer generellen Impfung abgeraten.

 

Pebbles gesund am 04.02.2007 Pebbles mit Tetanus am 11.03.2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Erfahrungsbericht zu Tetanus beim Hund ist hier zu finden: Erfahrungen mit Tetanus beim Hund